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Den Ausgangspunkt bildeten vier feuchte Resträume unter den Stadtbahnbögen – einem denkmalgeschützten Viadukt von 1904 – alle auf unterschiedlichen Niveaus, voneinander getrennt durch 3m dicke Mauern. Auf der einen Seite der Bögen ein ruhiger, grüner Erholungsraum am Ufer das Donaukanals, rückseitig angrenzend zur „Lände“ ein Parkplatz und eine vielbefahrene Strasse.

Eine Herausforderung war es, die funktionalen Abläufe einer Tanzschule auf die bestehende Situation mit jeweils nur von außen zugänglichen Räumen zu implementieren.
Durch eine nach hinten verschobene, großzügige Erschließungsachse – Rückgrat, Leitlinie – werden die Einzelräume miteinander verbunden und bleiben doch in ihrer vollen Tiefe nutzbar. Niveauunterschiede in den einzelnen Bögen werden entlang dieser Achse über flache Rampen überwunden. An jeder Stelle ist eine Richtungsänderung auch für Rollstuhlfahrer möglich.

Die notwendigen Einbauten werden durch das Füllen von Hohlräumen und Nischen implantiert oder als Raummöbel eingestellt. Eine rückseitige, schmale Technikschicht dient zur Integration der gesamten Lüftungsanlage. Verkleidungen der Pfeiler und Durchbrüche sind gleichzeitig als Funktionselemente gedacht ( Raumakustik, Beleuchtung, Hängesystem).

Bewusst gesetzte Kontraste zwischen Boden und Wand definieren klar die Raumgrenzen, farblich abgesetzte Bedienelemente ermöglichen auch Sehschwachen eine selbstbestimmte Nutzung.

Das Fassadenkonzept reagiert auf die unterschiedlichen äußeren Gegebenheiten:
Geschlossenheit, Schutz gegen Lärm und direkte Sonneneinstrahlung auf der Seite zur Lände. Offenheit, Kommunikation mit den Passanten zum Kanal hin. Materialität und Raster ergeben sich aus der respektvollen Auseinandersetzung mit dem Vorgefundenen sowie inneren Bezugspunkten.

Es entsteht eine leise Architektur, die den Nutzern die Bühne überlässt. Wie ein stiller Butler, der sich im Hintergrund um alles kümmert, der im unbemerkt für ausreichend Raum, Licht, Luft und einen guten Klang sorgt, damit man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: das Tanzen.

lilli’s ballroom

jahr : 2018
typ : umbau / sanierung
planung, öba : christian wittmeir, marek dziubas
statik : DI karl fischer
bauphysik : jira ZT & SV gmbh
haustechnik : tb brandt
lichtplanung : lumen 3

copyright fotos : karolina miernik